Waschen ist erst die eine Hälfte der Pflege. Imprägnieren kann ebenso wichtig sein. Erst damit ist dafür gesorgt, das Wasser vom Stoff abperlt, die Atmungsaktivität erhalten bleibt und sich der Schmutz gar nicht erst festsetzen kann. Auch hier gibt es für die verschiedenen Materialien unterschiedliche Imprägniermittel.

Outdoorbekleidung Pflege Imprägnieren: Warum?

Funktionsbekleidung ist ab Werk zumeist mit Imprägnierungen auf Basis von Fluorcarbonharzen ausgestattet. Ein schonendes Waschmittel wie Fibertec Pro Wash oder Nikwax Tech Wash ist empfehlenswert, wenn diese Erstausstattung möglichst lange erhalten werden soll. Nach dem Waschen (Pflegehinweise auf dem Etikett beachten!) wird das Kleidungsstück im Wäschetrockner auf niedriger Stufe getrocknet, sinnvoller auf gleicher Temperatur wie in der Waschmaschine. Diese Wärmebehandlung reaktiviert die vorhandene Erstimprägnierung.

Outdoorbekleidung Pflege Imprägnieren: Natürlich ohne PFC

Wenn die Originalimprägnierung im Laufe der Zeit verschwindet, kann der Stoff durch eine Behandlung mit Nikwax TX Direct bzw Fibertec Green Guard erneut wasserabweisend ausgerüstet werden. Nikwax bietet zusätzlich noch spezielle Imprägniermittel für Fleece oder Softshell an, Fibertec hat eines für alle synthetischen Materialien.

nikwax_tx_direct_wash_in_photo_nikwaxAls nahezu universelle Imprägniermittel sind Nikwax TX Direct und Fibertec Green Guard gut geeignet. Bei beiden ist der Wirkstoff in Wasser gelöst, sie kommen ohne umwelt- und gesundheitsschädliche Fluorcarbonverbindungen aus. Jedes dieser Imprägniermittel ist auf das entsprechende Waschmittel aus gleichem Haus abgestimmt.

Outdoorbekleidung Pflege Imprägnieren: Hardshell und Softshell

Nikwax TX Direct und Fibertec Green Guard sind beide in zwei Darreichungsformen erhältlich, als Spray (Spray-On) und als Einwaschimprägnierung (Wash-in.)
Nikwax empfiehlt Spray-On für Kleidungsstücke mit PU-Beschichtung oder schweiß-transportierendem Innenfutter, Wash-in dagegen für mikroporöse Membranen. Wobei es bezüglich Nikwax auch eine ganze Bandbreite sich zum Teil widersprechender Meinungen/Erfahrungen gibt. Dies ist eine einfache Aufteilung: Wash-in nur bei Kleidungsstücken ohne loses Futter, ansonsten immer Spray-on.

Fibertec empfiehlt sein Spray-On als besser geeignet für atmungsaktive Bekleidung, da die Imprägnierung nur auf der Außenseite aufgetragen werde, aber Wash-In sei dagegen einfacher in der Anwendung

Eine Einwaschimprägnierung wird direkt nach der Maschinenwäsche in die Waschmaschine gegeben und in einem erneuten Waschgang erfolgt die Imprägnierung der Kleidungsstücke. Das geht einfach und schnell. Nachteilig ist bei dieser Methode, dass auch die evtl vorhandenen Futtermaterialien imprägniert werden. Das muß keinen funktionalen Nachteil haben, aber nicht jeder mag das leicht seifige Gefühl, das das imprägnierte Futter auf der Haut erzeugen kann.

nikwax_softshell_proof_photo_nikwaxAufsprühimprägnierungen sind etwas umständlicher in der Anwendung. Nach dem Waschgang wird die noch feuchte Jacke auf dem Boden ausgebreitet und eingesprüht. Anschließend wird mit einem feuchten, sauberen Tuch das Imprägniermittel flächig verteilt, dann das Kleidungsstück aufgehängt und gelegentlich Tropfen und Streifen verrieben.

Mit Nikwax imprägnierte Kleidungsstücke trocknen dann an der Luft, die mit Fibertec imprägnierten müssen unbedingt wärmebehandelt werden. Egal, ob mit Bügeleisen oder Wäschetrockner, dies ist eine Notwendigkeit und kann gut als Auswahlkriterium zwischen beiden Marken genommen werden.

Gewebebedingt kann man auch mit der bestmöglichen Imprägnierung keinen dauerhaften Nässeschutz erwarten. Was vorher nicht dicht war, ist es jetzt auch nicht. Anhaltender Nieselregen ist das Äußerste, was abgehalten wird.

Outdoorbekleidung Pflege Imprägnieren: Baumwollmischgewebe

Auch diese können auf unterschiedliche Arten imprägniert werden: Nikwax bietet eine Einwaschimprägnierung namens Cotton Proof an, Fibertec sein Cotton Guard als Spray und Einwaschimprägnierung.

Die Kleidungsstücke werden zuerst entsprechend gewaschen um Rückstände anderer Waschmittel zu entfernen und dann erst imprägniert. Bei NIkwax erfolgt dann wieder Lufttrocknung, Fibertec braucht auch hier eine Wärmebehandlung. Die Wirkung ist gewebebedingt ausreichend, mehr als Nieselregen zu widerstehen vermag sie aber auch nicht.

Fibertec verlangt einen Baumwollanteil im Gewebe >50%, Nikwax äussert sich dazu nicht.

nikwax_cotton_proof_photo_nikwaxDas Grönlandwachs von Fjällräven funktioniert anders. Ein solider Block aus Bienenwachs und Paraffin, ungefähr so groß wie ein Stück Seife, wird auf dem Stoff verrieben und das Wachs dann mit einem Fön eingeschmolzen. So kann man selektiv imprägnieren, z.B. die Hosenbeine unten stärker als oben und selber bestimmen, wo wieviel Imprägniermittel aufgetragen wird.

Grönlandwachs ist ein umweltfreundliches und ungiftiges Imprägniermittel. Verwendbar mit den meisten Baumwoll- und Baumwollmischgeweben, wirkt es am besten bei Fjällrävens eigenem G-1000 Stoff. Die wasserabweisende Wirkung ist recht gut, da der Auftrag selber bestimmt werden kann. Aber diese eigene Nachimprägnierung wird nie so gut sein, wie die Erstimprägnierung des G-1000-Gewebes durch den Hersteller. Nachteilig ist bei starkem Auftrag, dass es die Atmung des Gewebes verringert und in den Gewebefalten helle Streifen sichtbar werden können, der sog. Wachsbruch.

Für alle o.g. Gewebe gilt, dass auch Imprägniersprays auf Basis von Fluorcarbonharzen auf den trockenen Stoff aufgesprüht werden können. Der Vorteil besteht in der einfachen Anwendung und darin, dass solche Imprägnierungen durch Wärme (Wäschetrockner, Bügeleisen) in ihrer Wirkung reaktiviert werden können. Von Nachteil sind die umwelt- und gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Fluorkarbon, das Einatmen z.B. sollte unbedingt vermieden werden.

Outdoorbekleidung Pflege Imprägnieren: Fazit

Es braucht sehr wenig, um teure Outdoorbekleidung sachgerecht zu pflegen. Ein gutes Waschmittel von Zeit zu Zeit und später dann ein dazu passendes Imprägniermittel. Für welche Marke man sich entscheidet, bleibt jedem selber überlassen. Vor- und Nachteile haben sie alle.

Bei sachgerechter Pflege leben die Kleidungsstücke länger und funktionieren besser. Man hat mehr von seinem Geld!
(Photos: Nikwax, Fibertec, Fjällräven)

Weiterlesen: Outdoorbekleidung waschen und impraegnieren Teil 1

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