Fernand Petzl kennen wohl wenige, seine Produkte dagegen fast jeder. Als leidenschaftlicher Speläologe (Höhlenforscher) entwickelte er viele Geräte, die wir heute im alpinen Bereich für selbstverständlich erachten. Von ihm stammt die moderne Stirnlampe, wie wir sie heute benutzen: Lampe und Batterie werden am Kopf getragen.

1973 kam die erste Stirnlampe von Petzl auf den Markt und aus dieser Zeit stammt auch das vorliegende Exemplar. Vorne das Lampengehäuse aus Kunststoff mit Glühbirne und hinten ein Batteriefach für eine 4,5V Flachbatterie. Exzellent verarbeitet, problemlos reparierbar, verfügbare Ersatz-und Zubehörteile, das Ding war genial konstruiert. Durch die Verwendung der Flachbatterie hatte man sogar Leuchtzeiten im zweistelligen Stundenbereich, auch ein Novum damals.

Petzl Stirnlampe von 1973, Lampengehäuse
Petzl Stirnlampe von 1973, Batteriefach

Zwei dieser Lampen wurden damals in der Familie angeschafft. Eine ist nach jahrzehntelangem Gebrauch verschollen, die hier wird aus eher nostalgischen Gründen aufbewahrt. Denn natürlich ist die technische Entwicklung weitergegangen, heute bekommt man viel mehr und länger Licht aus kleineren, leichteren Lampen. Was zu einem anderen Klassiker von Petzl führt, der Tikka.

Die Tikka gibt es mittlerweile in einer schier unüberschaubaren Menge an Modellvarianten und -generationen. Aber alle haben zweierlei gemein, geringes Packmaß und Gewicht. Ein persönlicher Favorit ist die abgebildete Variante Tactikka in der ersten Version. Drei LED, ein simpler Ein-/Ausschalter, ein vorschaltbarer Rotfilter. Mehr braucht es nicht, um als Fußgänger die unmittelbare Umgebung auszuleuchten.

(Anmerkung: Die aktuelle Version dieser alten Tactikka heißt Tactikka Plus und verfügt über drei einstellbare Leuchtstufen)

Petzl Tactikka mit Rotlichtfilter-1

Ein oder aus, mehr nicht. Keine Möglichkeit zu Dimmen oder Boosten, aber eben auch kein Durchschalten-müssen durch verschiedenste Modi. Diese Stirnlampe kann nichts außer Leuchten.

Der Rotfilter (keine separate, rote LED, sondern ein rotes Filterglas) ist für den Nachtwanderer schlichtweg unentbehrlich. Jeder kennt das: Man ist des Nachts unterwegs, die Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt und plötzlich schaltet irgendjemand die Stirnlampe ein und wieder aus. Da steht man dann in der Dunkelheit und ist komplett blind. Die Augen brauchen erst mal wieder eine ganze Zeit, um sich zu adaptieren. Nicht gut!

Petzl Tactikka Plus mit Rotlichtfilter

Das liegt an den Zäpfchen und Stäbchen auf unserer Netzhaut. Die Zäpfchen sehen bei Tage, die Stäbchen in der Dunkelheit. Wenn jetzt bei aktivierten Stäbchen weißes Licht aufleuchtet, schalten diese ab diese und die Zäpfchen übernehmen. Licht wieder aus und die Zäpfchen versagen, die Stäbchen sind aber noch nicht aktiviert, man sieht nichts. Bei Rotlicht ist das anders, darauf reagieren die Stäbchen nicht. Die Zäpfchen werden zugeschaltet und eben deshalb sieht man mehr, ohne die Nachtsichtfähigkeit zu verlieren. Zuschaltbares Rotlicht ist bei einer Stirnlampe also nie verkehrt.

Egal, ob man jetzt eine leistungsstarke Stirnlampe sucht, um den Horizont auszuleuchten. Oder eine minimalistische, um immer Licht zur Hand zu haben. Im Sortiment von Petzl wird man fündig. Die Auswahl ist groß, die Preise sind angemessen, die Qualität einwandfrei. Man findet garantiert eine Stirnlampe, die den persönlichen Anforderungen entspricht. Eine kleine und leichte (79 gr.) Tikka, egal welche, sollte allerdings in keinem Rucksack fehlen.

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Petzl Tactikka, Packmaß
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