Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten sind nun mal Teil unses (Freizeit-)Lebens. Das bedeutet, dass man sich mit dieser Thematik auseinandersetzen sollte, aber kein Grund besteht, auf ein Leben draußen zu verzichten. Mit vertretbarem Aufwand ist es aber durchaus möglich, sich effektiv zu schützen und von unliebsamen gesundheitsschädlichen Folgen verschont zu bleiben

(Update: Nikwax produziert leider keine Insektenschutzprodukte mehr. Die entsprechenden Passagen wurden aus diesem Text entfernt)

.Interessanterweise scheint Zeckenschutz für Menschen eine sehr viel weniger beachtete Thematik zu sein als Zeckenschutz für Hunde, Katzen oder Pferde. Das Problem ist, dass das Thema Zecken in der Vergangenheit kaum eine Rolle gespielt hat und es deshalb nur wenige Erfahrungswerte oder gar reproduzierbare Tests von zeckenabwehrenden Mitteln gibt. Nur die eher vagen Angaben der Hersteller, die aber nicht auf jeden Einzelnen übertragen werden können.

Dies ist kein Beitrag zur Selbstdiagnose und -behandlung von Krankheiten. Jeder, der diesbezüglich gesundheitsrelevante Fragen hat, sollte einen Arzt oder Apotheker aufsuchen. FSME und Boreliose sind viel zu ernstzunehmende und vielschichtige Erkrankungen als das hier oberflächlich Krankheitsbilder diskutiert werden könnten. Auch bezüglich der Wirkungsweisen, Nutzen und Risiken zeckenabwehrender Mittel gibt es keine absolute Wahrheit. Die o.g. Fachleute sind immer die geeigneten Ansprechpartner.

Zecken Vorsorge: Borreliose und FSME

FSME Risikogebiete

FSME Risikogebiete nach Rober-Koch-Institut; Grafik: www.zecken.de

Dies sind die beiden am häufigsten in Deutschland von Zecken übertragenen Krankheiten.

  • Bei FSME, einer Viruserkrankung, besteht eine Meldepflicht und die Möglichkeit eines Impfschutzes. FSME ist in Deutschland vornehmlich auf Risikogebiete im Süden konzentriert. Allerdings weiten sich diese Risikogebiete im Laufe der jahre immer weiter aus. Der Impfschutz ist die effektivste Möglichkeit, sich vor FSME zu schützen. “Wie sehr ein Zusammenhang zwischen der Impfung und Krankheitsfällen besteht, zeigte sich besonders eindrucksvoll im Jahr 2006 (einem Jahr mit besonders hoher Zeckenaktivität) im Vergleich Österreichs mit der Tschechischen Republik, ……. “Bei guter Vergleichbarkeit von Bevölkerungszahl, Altersprofil, Klima, Freizeitverhalten, Verfügbarkeit von Impfstoffen sowie der beruflichen Expositionsrate gab es in Österreich ca. 100 FSME-Fälle und in Tschechien mehr als 1.100 Fälle”, …… In Österreich waren 87% der Bevölkerung gegen FSME geimpft, in Tschechien hingegen ca. 10%.” (Quelle: Pressemitteilung Novartis Behring, 19.02.2009)
  • Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, ist bundesweit überall dort vorzufinden, wo es Zecken gibt. Die Durchseuchung lokaler Zeckenpopulationen mit Borrelioseerregern variiert zwar zwischen 6 und 50%, aber sie ist flächendeckend vorhanden. Borreliose ist nicht meldepflichtig, es gibt keine Impfung und mit durchlebter Krankheit findet keine Immunisierung statt. Behandelt werden kann sie mit Antibiotika.

Die Borreliose ist wegen ihrer flächenmäßig weiten Verbreitung und erschwerten Diagnostizierbarkeit eine zu sehr unterschätzte Erkrankung. Es gibt keine gesicherten Daten zur Zahl der jährlichen Erkrankungen. Nicht einmal der GKV-Spitzenverband als die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland hat irgendwelche verwertbaren Zahlen.

Eine mehr oder weniger konkrete Angabe gibt es: Die Techniker Krankenkasse Baden-Württemberg geht für das Jahr 2009 von einer hochgerechneten Gesamtzahl von ca. 170.000 Betroffenen allein für ihr Bundesland aus (Quelle: Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Baden-Württemberg, Pressemitteilung vom 1.04.2010). Das wären 1,58% der baden-würrtembergischen Bevölkerung. Hochgerechnet auf die Gesamteinwohnerzahl der BRD, sinnvoll weil Borreliose ja flächendeckend vorkommt, ergäbe dies eine Gesamtzahl von 1.294.000 Borreliosebetroffenen. Absolut gesehen sind 1,58% vielleicht nicht sehr viel, aber für den, der die Borreliose hat, ist es eine Erkrankung zuviel.

Zecken Vorsorge: Verhalten und Abwehr

Zecke an Grashalm

Zecke an Grashalm; Photo: www.zecken.de

Zecken haben genau definierte Verhaltensmuster, dies gibt die Möglichkeit, exakt und genau zu agieren, nicht nur nachträglich zu reagieren. Zecken jagen nicht, sie warten einfach, bis ein geeigneter Wirt vorbeikommt, lassen sich vom Grashalm oder sonstigen Standort bis max. 1,5m Höhe abstreifen und krallen sich am Wirt fest. Der potentielle Wirt wird durch Licht/Schattenwechsel, Geruch, Wärme, Vibrationen etc. als lohnendes Ziel identifiziert. Während man Mücken mit geeignet dicker Kleidung am Stechen hindern kann, verfehlt dieses Mittel bei Zecken sein Ziel. Einzige Möglichkeit einer sinnvollen Prophylaxe ist es, zum einen nicht als Ziel identifiziert zu werden, zum anderen ein Festkrallen der Zecke zu verhindern.

Regulierbarer Hosensaum

Bei normaler Kleidung kann man mit dieser nur versuchen, die Zecke solange wie möglich von der Haut fernzuhalten. Eine auf heller Kleidung krabbelnde Zecke ist relativ leicht zu erkennen. Da Zecken zumeist über die Beine Zugang zum menschlichen Wirt erhalten, ist es hilfreich, wenn z.B. das Hemd in der Hose steckt und deren Beine entweder in die Socken gesteckt werden oder über einen regulierbaren Beinabschluss verfügen. Ein mit Klemmverschluss (Tanka) versehenes Gummiband reicht da völlig. Das hilft, die Zecke auf statt unter der Kleidung zu halten.

Kurzgamaschen

Kurzgamaschen; Grafik: Tatonka

Gamaschen, sowieso sinnvoll wenn man im Gelände unterwegs ist, sind ein exzellenter Schutz. Sie schließen zwischen Schuh und Knie alles ab und, satt mit einem Abwehrmittel eingesprüht, bilden sie eine Barriere damit Zecken nicht sofort unter die Kleidung krabbeln können. Kurze Gamaschen, z.B. die Tatonka 210HD, ca. 20 cm lang, reichen völlig. Sinnvollerweise nimmt man eine helle Farbe, z.B. rot.

Zeckenabwehrende Substanzen auf Haut und Kleidung aufzutragen, ist die probate Möglichkeit, sich zu schützen. Es gibt unüberschaubar viele verschiedene Wirkstoffe, die in unterschiedlichsten Varianten und Kombinationen auf dem Markt sind. Allen gemein ist, dass sie als Mückenschutzmittel konzipiert wurden und “auch” gegen Zecken schützen sollen. Nur leider sind Zecken keine Insekten und reagieren deshalb nicht so richtig auf diese Mittel.

Alle Mückenmittel sind bei Zecken nur eingeschränkt wirksam. Es gibt keine Mittel auf dem Markt, die speziell gegen Zecken schützen!

Zecken Vorsorge: Verfügbare Abwehrmittel

Ganz, ganz grob kann man die Mittel zum Auftragen auf Haut und Kleidung wie folgt unterscheiden:

  • “Pflanzlich, natürlich”, auf Basis von ätherischen Ölen, wie z.B. Zitronella, Eukalyptusöl.
  • “Chemie = synthetisch”, z.B. unter den Kürzeln DEET, Icaridin.
  • nur für die Kleidung: Pyrethroide, z.B. Permethrin, Bifendrin

Die Wirkungsweise dieser Mittel, mit Ausnahme der Pyrethoide, besteht darin, einen Duftmantel um den Wirt zu erzeugen. Was dann genau die Zecken abhält, ob der Eigengeruch des Mittels oder die reduzierte Wahrnehmung des Wirtsgeruchs, ist nicht bekannt.

Völlig anders geartete Mittel sind die Pyrethoide wie z.B. Permethrin, ein Insektizid, mit dem Kleidung imprägniert wird. Bei Zecken verursacht dieses Mittel “heisse Füße” (Zitat: ProVerde), was zur Folge hat, dass sie sich direkt nachdem sie vom zukünftigen Wirt von ihrem Lauerplatz abgestreift wurde wieder zu Boden fallen lässt. Der Internetauftritt von ProVerde beinhaltet auch ein informatives Video zur Wirkungsweise von derartigen Permethinimprägnierungen.

Zecken Vorsorge: Natürliche Abwehrmittel

Die verschiedensten Hersteller bieten Mittel zur Zeckenabwehr (u.a.) auf Basis von ätherischen Ölen an. Hier eine kleine Auswahl:

  • Anti Brumm Naturel,
  • Zedan Lotion,
  • Care Plus Mosi-guard Natural Spray

Diese Produkte enthalten Wirkstoffe aus verschiedenen ätherischen Ölen in unterschiedlichster Konzentration und Wirksamkeit. Ohne jetzt Rücksicht auf unterschiedliche menschliche Eigenschaften zu nehmen, ist man auf der sicheren Seite, wenn man davon ausgeht dass dass keines dieser Mittel mehr als drei Stunden gegen Zecken wirksam ist, eher deutlich weniger. Häufiges, großflächiges Nachsprühen ist immer notwendig.

Zecken Vorsorge: Chemische Abwehrmittel

Auch bei den chemische Stoffe enthaltenden wirksamen Zeckenmitteln gib es sehr viele verschiedene Marken und Präparate. Am häufigsten wird man die Wirkstoffe DEET und Icaridin, letzteres auch bekannt als Bayrepel, vorfinden.

DEET ist am längsten auf dem Markt, genauer gesagt seit Anfang der 1950er Jahre und gilt als der Standardwirkstoff gegen Insekten etc. mit langanhalter Wirkungsdauer und einem breiten Anwendungsspektrum. Seine maximale Wirkungsdauer gegen Zecken wird mit ca. 4 Stunden angegeben. Wobei man auch hier auf der sicheren Seite ist, wenn man von diese Angaben auf den Behältnissen eine Stunde abzieht. Icaridin ist der nach DEET allgemein als zweitwirksamster Mückenschutz gehandelte Wirkstoff. Je nach Quelle soll es genauso gut bis etwas schlechter wirken.

Nobite bietet eine große Palette an Mitteln mit unterschiedlichen Wirkstoffen und Konzentrationen, je nachdem ob z.B. nur Kleidung imprägniert werden soll oder auf die Haut aufgetragen wird. Dazu die Möglichkeit, für den Hautschutz zwischen Gel und Spray zu wählen, sowie die Bekleidungsimprägnierung als Pumpspray oder Tauchbad.

Wichtigster Faktor betreffs der Wirksamkeitsdauer dieser Produkte ist der Wirkstoffgehalt in Prozent. Bei DEEThaltigen Produkten variiert er zwischen 20 und 50%, bei Icaridin zwischen 10 und 20%. Die Höhe der Konzentration hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit an sich, nur auf deren Dauer.

Eine Auflistung gängiger Präparate und ihres Wirkstoffs in diesem Zusammenhang:

  • Anti Brumm Forte, 29% DEET
  • Care Plus DEET Anti Insect, verschiedene Konzentrationen zwischen 20 und 50%
  • Care Plus Repel-it Spray, 12,5% Icaridin
  • Autan Protection Plus Zeckenstop, 20% Icaridin
  • Nobite Hautspray, 50% DEET

Übliche Darreichungsformen sind u.a. Pumpspray, Lotion, Roller. Mit dem Pumpspray lassen sich Kleidungsstücke oder Körper großflächig und gleichmäßig einsprühen. Für das Gesicht muss man den Wirkstoff erst auf die Hände sprühen und dann verteilen. Lotionen und Roller sind in diesem Bereich einfacher anzuwenden.

Zecken Vorsorge: Abwehrmittel ausschließlich für die Bekleidung

Man unterscheidet die nachträgliche Imprägnierung und die ab Werk im Textil fest verankerte Erstaustattung. Letzere Technologie wird unter den Namen ProVerde, Insect Shield, HealthGuard etc vermarktet.

Mit Pyrethoiden (Permethrin, Bifendrin etc.) dauerhaft ausgerüstete Outdoorbekleidung gibt es u.a. von folgenden Firmen:

  • ProVerde Arbeitsbekleidung
  • Craghoppers Nosilife
  • Ex Officio Insect Shield
  • Jack Wolfskin HealthGuard

Diese Werksausrüstungen wirken längerfristig und überstehen, je nach Anbieterauskunft, 30-70 Kleidungswäschen und mehr. Also mehrere Jahre dauerhafter Nutzung.

Imprägniermittel auf Pyrethoidbasis zur nachträglichen Anwendung auf am Körper getragenen Textilien können ca. 2-4 Wochen lang Schutz gegen Zecken bieten, teilweise inklusive 2x Waschen bei 40°C. Nobite hat eine ganze Reihe Produkte auf dem Markt, die, mit unterschiedlichen Wirkstiffkombinationen und Konzentrationen, zur zeckenabweisenden Imprägnierung von Kleidungsstücken geeignet sind. Diese “blaue Serie” wird in drei verschiedenen Verpackungen bzw. Darreichungsformen mit jeweils anderem Inhalt angeboten. Von links nach rechts entsprechend obigem Bild, die Inhaltsstoffe lt. Flaschenbeschriftung:

  • Pumpflasche, 200ml, enthält 0,8% Bifendrin und 13% Icaridin
  • Pumpspray, 100ml, enthält 3,0% Bifendrin
  • Verdünner, 100ml, zur Herstellung eines Tauchbades, enthält 8% Bifendrin

Auf der webseite www.nobite.com wird diesbezüglich ausführlich informiert.

Zecken Vorsorge: gesundheitliche und sonstige Risiken der Abwehrmittel

Alles, was man an o.g. Mitteln auf Haut oder Kleidung aufbringt, kann die Gesundheit schädigen. Es ist einfach nur die Frage, in welchem Maße dies möglich ist und was man im Gegenzug an Zeckenschutz dafür bekommt.

Zecken Vorsorge: Natürliche Abwehrmittel

Natürliche Abwehrmittel auf Basis von ätherischen Ölen können sehr leicht Allergien auslösen. Das ist aber eine sehr individuelle Sache, man weiss vorher nicht, ob man zu den Personen gehört, die auf das eine bestimmte Mittel, das man gerade in der Hand hält, in irgendeiner Form allergisch reagieren. Des weiteren ist es sehr gut möglich, dass nach Auftrag solcher Mittel erst das Sonnenlicht allergieauslösend wirkt. Notwendige Vorbereitung: auf einer kleinen Fläche etwas auf die Haut geben, nach draussen gehen und abwarten.

Zecken Vorsorge: DEET

DEET sollte nicht großflächig auf die Haut aufgebracht werden, da es ein Neurotoxin ist, das teilweise von der Haut resorbiert wird. Je nach Lösungsmittel übrigens etwas mehr oder weniger, Ethanol sollte in diesem Zusammenhang vermieden werden. Auch bei DEET macht die Dosis das Gift. Kleinere Flächen, wie Unterschenkel und Arme: ja, Ganzkörperaufbringung: nein.

“In Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Anwendung von DEET vermieden werden, da hierzu keine Erkenntnisse vorliegen. Auch bei Säuglingen darf DEET nicht angewendet werden. Bei Kindern ist die Insektenabwehr mit DEET möglich, allerdings ist eine wiederholte, mehrtägige oder großflächige Anwendung zu vermeiden.” (Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de; Ausgabe 15/2011). Interesanterweise findet man auf www.nobite.com folgende Aussage zu dem Produkt “NOBITE Haut Spray 100ml (Wirkstoff 50 % DEET)…….. für Schwangere nach dem 1.Trimester einsetzbar.”

Die Aussagen, ab wann DEET-haltige Produkte bei Kinder eingesetzt werden können, variieren nach Hersteller und Wirkstoffgehalt in Prozent:

  • Anti Brumm Forte und -Zeckenschutz, 29%, ab dem 3.Lebensjahr
  • Care Plus DEET Anti Insect, 40%, ab dem 6.Lebensjahr
  • Nobite Hautspray, 50%, ab dem 10.Lebensjahr

DEET greift verschiedene Kunststoffe an. Es ist gut möglich, dass eine Uhr aussieht, als wäre sie angeschmolzen und die Oberfläche eines Brillengestelles plötzlich matt statt glänzend ist. Elastische Fasern z.B. reagieren sehr empfindlich auf DEET.

Zecken Vorsorge: Icaridin (Bayrepel)

Icaridin soll weniger bis ähnlich gut wirken wie DEET, je nachdem wem man Glauben schenkt. Vor allem aber hat es nicht die gleichen toxischen Wirkungen auf den Menschen. “Somit ist bei einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit kein Risiko zu erwarten. Da keine konkreten Daten vorliegen, wird Icaridin bei Kindern unter zwei Jahren allerdings nicht empfohlen.” … “Auf der Haut wirkt Icaridin weder irritierend noch sensibilisierend. Verglichen mit DEET vermittelt es ein besseres Hautgefühl und riecht angenehmer. Leichte lokale Reizungen der Schleimhäute sind jedoch möglich.” (Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de; Ausgabe 15/2011).

Zecken Vorsorge: Permethrin, Bifendrin

Da Permethrin ein etablierter Wirkstoffe gegen Kopfläuse sind, spricht wohl nichts dagegen, diese Wirkstoffe auch auf Bekleidung aufzusprühen. Die Resorption durch die Haut wäre bei ersterer Anwendung wohl deutlich höher als bei am Körper getragenen Textilien. Natürlich gibt es auch hier verschiedene Aussagen!

  • “Permethrin sollte während der Schwangerschaft nur mit besonderer ärztlicher Vorsicht und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt verwendet werden. Bei Anwendung des Wirkstoffs während der Stillzeit sollte für drei Tage eine Stillpause eingelegt werden, damit der Säugling über die Muttermilch nicht mit dem Wirkstoff in Berührung kommt.”(Quelle: www.onmeda.de)
  • “NOBITE Kleidung kann für Kinder ab dem 3. Lebensjahr eingesetzt werden (ab dem Zeitpunkt, an dem ein Kleinkind nicht mehr an der Kleidung nuckelt). Auch Schwangere können imprägnierte Textilien tragen, sie sollten allerdings die Imprägnierung nicht selbst vornehmen.” (Quelle: www.nobite.com)
  • Zu beachten ist bezüglich dieser Pyrethoide, dass bei Textilien, die ab Werk damit ausgerüstet sind, der Wirkstoff fest im Gewebe verankert sein soll und somit auch nicht so einfach vom Körper aufgenommen werden kann. Für diese Behauptung der Texilhersteller und-verarbeiter spricht die lange Wirkungsdauer der imprägnierten Kleidung. Von “Wirksamkeit bleibt auch nach über 50 Wäschen voll erhalten” (Quelle: Proverde) über ca 30 Wäschen bei Health Guard (Quelle: www.globetrotter.de) bis hin zu “bis zu 70 Waschgängen” (Quelle: Insect Shield). Nosilife Imprägnierung soll lt Craghoppers permanent wirksam sein “textile impregnation treatment…that lasts a lifetime of wear” (Quelle: www.craghoppers.com).

    Zecken Vorsorge: Welches zeckenabwehrende Mittel soll man jetzt nehmen?

    Die einzelnen Wirkstoffe haben alle Vor-und Nachteile.

    Solche auf Basis von ätherischen Ölen haben die schwächsten zeckenabwehrenden Eigenschaften, sind aber auch für den Anwender die am wenigsten problematischen. Solange sie nicht in Mund und Augen geraten, gibt es nur wenige Möglichkeiten dabei etwas falsch zu machen. Nicht zu unterschätzen ist aber ihr allergieauslösendes Potential, vor allem im Zusammenhang mit Sonnenlicht.

    DEET ist ein erprobter Wirkstoff, der bei kontrolliertem Auftrag auf der Haut eine bessere Schutzwirkung gegen Zecken bietet als andere Mittel. Da DEET bestimmte Textilien angreift, sollte man auch hier kleinflächig ausprobieren, bevor man großflächig sprüht. Viele Anbieter bauen mit Ihren Produkten auf diesen Wirkstoff.Mit höchst unterschiedlichen Konzentrationen, die nicht die Wirksamkeit, sondern lediglich die Wirkungsdauer beeinflussen. Empfehlenswerte Art der Aufbringung ist das Pumpspray, da es auf Haut und Kleidung gleichermaßen verbracht werden kann (im Gesicht wird jedes Mittel aus einer Sprühflasche natürlich nur mit den Händen aufgebracht) . Wirkungsdauer gegen Zecken: höchstens vier Stunden.

    Icaridin bietet die Vorteile von DEET, ohne dessen toxisches Potential und kunststoffzerfressende Wirkung. Für Anbietervielfalt, Dosierung und Auftrag gilt das bei DEET gesagte gleichermaßen. Wirkungsdauer gegen Zecken: unter vier Stunden.

    Permethrin ist der Wirkstoff für Kleidungsimprägnierung. Es gibt bereits ab Werk imprägnierte Bekleidung zu kaufen, die über Jahre hinweg ihre zeckenabweisende Wirkung behält, wie z.B. die Nosilife-Kollektion von Craghoppers. Damit ist man jahrelang auf der sicheren Seite. Nachträgliche Imprägnierungen sind universell, weil auf bereits vorhandene Bekleidung applizierbar und bei Zecken bis zu zwei Monate wirksam. Empfohlene Produkte: SkitoStop Textilspray und die blaue Serie von Nobite.

    Immer sinnvoll und in seiner Wirsamkeit nicht zu unterschätzen ist die Wahl heller Kleidung. Man sieht die Zecke krabbeln und kann sie sofort entfernen. Des weiteren gehören die Hosenbeine in die Socken oder werden mit einem Gummizug fest geschlossen. das hält die Zecke auf der Kleidung und nicht darunter. Kurze Gamaschen sind für diesen Zweck auch sehr gut geeignet, das sie bei einem einsprühen mit DEET-haltigen Präparaten nicht angegriffen werden, wie es z.B. bei den in Socken enthaltenen elastischen Fasern garantiert der Fall wäre.

    Welches Mittel man letztendlich wählt, muss jeder für sich entscheiden. Bezüglich möglicher gesundheitsschädlicher Wirkungen sei gesagt, dass so gut wie jede Textilie, die in Europa verkauft wird, mit einer Vielzahl von “Veredelungen” ausgestattet wurde. Seien es nun Weichspüler, Aufheller oder die karzinogen Grundstoffe der Farben, mit denen sie reichlichst behandelt wurden. Ohne das all dies irgendeinen Nutzen für den Träger hat. Dagegen bieten die in diesem Artikel behandelten Wirkstoffe einen beachtlichen Nutzwert als Zeckenschutz. Von einer mehrere Stunden wirksamen Abwehr mit verschiedenen Sprays über wochenlangen effektiven Zeckenschutz mit nachträglicher Textilimprägnierung bis hin zum jahrelangen Schutz durch mit Permithrin dauerhaft ausgestattete Bekleidung ist eine ganze Bandbreite an zeckenabwehrenden Maßnahmen möglich.

    Weiterlesen: Zeckenschutz Teil 1

    Weiterlesen: Zeckenschutz für Kinder

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    Zecken und wie man sich vor ihnen schützen kann, Teil 2 was last modified: Dezember 23rd, 2017 by Alexander Bardua