Sonntag, 17°C, Dauerregen. Zu Hause bleiben oder rausgehen? Wenn man einen wasserfesten Hund hat und die Photographie sein Hobby nennt, ist die Antwort ganz einfach: Ab geht es für einige Stunden an die frische Luft.

Aber bei Outdoor-Professionell wird das dann auch gleich zum Anlass genommen, mal etwas auszuprobieren. Im Regen draußen ohne Regenkleidung. Eben mal nicht in wasserdichten Stiefeln und wasserdicht/atmungsaktiver Outdoorjacke unterwegs sein, wie es bei uns ja ganzjährig schon in den Fußgängerzonen zu beobachten ist.

Die Temperaturen sind moderat, der Regen ist leicht, das deutsche Mittelgebirge ist keine lebensfeindliche Umgebung. Da braucht man es mit dem Wetterschutz wahrlich nicht zu übertreiben. Aber man kann ja mal ganz einfach die Imprägniermittel nutzen, die so daheim rumstehen und nach Ausprobieren lechzen.

Der frisch gewaschene Tilley T3 wurde satt mit Nikwax Tent & Gear Solar Proof, eingesprüht. Dieses Imprägniermittel mit zusätzlichem UV-Schutz wird gerade ausgiebig erprobt und ohne Hut geht es sowieso nicht raus.

Der uralte Fleecepullover aus 100er Fleece bot mit einem dünnen Funktionsshirt darunter genau die richtige Balance. Luft geht durch und Schweiß wird von innen abtransportiert. Quer durchs Unterholz robben auf der Suche nach einem Motiv schadet ihm auch nicht, Fleece hält das auch. Und weil man gerade dabei war, wurde er auch imprägniert, es schadet ja nichts.

Des Testers sommerliche Lieblingshose, die Schöffel Outdoor Pant aus dünnem Nylongewebe ist angenehm zu tragen, strapazierfähig und nicht mal wasserabweisend. Sie bekam eine reichliche Dosis Permethrin in Form von Nikwax SkitoStop. In einem Hochrisikogebiet für Zecken ist die Kombination aus hellem Stoff und Permethrin sinnvoll und nur von geringem Aufwand begleitet.

Schuhe und Socken waren auch anders als das, womit der gut ausgerüstete Wanderer heutzutage unterwegs ist. Sportsocken von Aldi mit 50% Baumwolle sind derzeit die Lieblingssocken, dazu kam ein nicht wasserdichter, leichter Wanderstiefel von Keen.

Keen Alamosa Mid

Keen Alamosa Mid

Der Keen Alamosa Mid, zur Zeit im Test bei Outdoor-Professionell, verfügt nicht über eine wasserdichte Membran, wie sie mittlerweile beinahe obligatorisch ist. Er hat sogar Einsätze aus Netznylon und ist damit per Definition nicht schlechtwettertauglich. Sein Leder war vor einiger Zeit mit Sno Seal eingewachst worden und jetzt bekam er noch eine satte Ladung Imprägniermittel ab. Dasselbe wie der Hut, es war halt zur Hand und was oben bei Baumwolle hilft, nutzt auch unten bei Nylon.

Wie war der Tag im Wald denn nun? Einfach super!. Wie erwartet, regnete es den ganzen Tag leicht. Gras und Büsche waren nass, der Boden schlammig.

Aber weil es eben nur ein leichter Regen war, drang auch nichts durch den imprägnierten Fleecepullover hindurch. Dafür war es möglich, ungehindert abzudampfen. Ein Körpergefühl so ganz im Gegensatz zu den anderen Wanderern, die bei 100% Luftfeuchtigkeit in ihren wasserdicht/atmungsaktiven Jacken die Grenzen der Physik zu spüren bekamen.

Die Hose war richtig feucht. Wer durch nasses Unterholz kraucht, hat nun mal keine Chance , untenrum trocken zu bleiben. Es sei denn, man trägt eine Regenhose und steht dann noch mehr im eigenen Saft. Aber bei den herrschenden Temperaturen war die Feuchtigkeit auf der Haut wahrlich kein Problem.

Tilley T3 im Regen

Tilley T3 im Regen

Der Tilley T3 Hat sich einmal mehr bewährt. Dem Regen hielt er stand, den Schweiß vom Gesicht fern und bei der Rast diente er als Sitzpolster. Ohne Kopfbedeckung geht es eben nicht!

Die Überraschung des Tages war der Keen Alamosa Mid. Erst ganz zum Schluss verirrten sich einige Wassertropfen durch den linken Schuh. Zu keinem Zeitpunkt gab es unangenehm nasse Füße.

All dies war aber nur möglich, weil es ein warmer Tag im Mittelgebirge war, zudem dauerhaft nur leicht regnete! Auf einer Bergtour wäre ein solches Verhalten sträflicher Leichtsinn gewesen. Ein Wetterumschwung oder einsetzender Starkregen in größerer Höhe ist etwas potentiell Lebensbedrohliches, im Mittelgebirge wäre er nur unangenehm.

Rab Kinetic, Pertex Shield+

Rab Kinetic, Pertex Shield+

Abgesehen davon, in der Phototasche befand sich noch für den Notfall eine Rab Kinetic Jacke aus Pertex Shield+. Mit nur 240 gr Gewicht in Größe XL und dem Packmaß einer Pampelmuse findet sie in jeder Tasche Platz. Derzeit im Test befindlich, hat sie sich als leichte, klein verpackbare Immer-dabei-Jacke“ erwiesen, die noch dazu mit sehr guter Atmungsaktivität punkten kann. Bei diesem Ausflug wäre sie nur als Schutz gegen Auskühlung benutzt worden, kam aber nicht zum Einsatz. (Man weiß ja nie, ein klein wenig Rückversicherung schadet nicht).

Ein schöner Tag war es denn auch. Gute photographische Ausbeute und der Hund war natürlich längst nicht so müde wie sein Herrchen. Letzterer fühlte sich aber die ganze Zeit angenehm temperiert und wohl. Alles war so, wie es vorab erhofft worden war.

Empfohlene Onlineshops:

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