Harte Schuhe auf hartem Boden sind den Füßen ein Gräuel. Aber oftmals unvermeidlich. Ob für Sport oder Beruf, wenn spezielles Schuhwerk ein Muss ist, leiden oftmals die Füße. Die nur 1 oder 2 mm dicken Einlegesohlen von Noene sollen den Belastungen die Spitze nehmen.

Test Noene Einlegesohlen: Was ist Noene?

Noene ist ein Gummi, der speziell entwickelt wurde, um Vibrationen und Stöße zu dämpfen. Das besondere an ihm ist seine Leistungsfähigkeit in Relation zur Dicke. Obwohl sehr dünn, sollen diese Einlegesohlen aus Noene wirksam dämpfen. Im Video wirkt das schon toll, aber wie ist das in der Realität?

Test Noene Einlegesohlen: Zwei verschiedene Modelle

Ausprobiert wurden NO2 Universal, 2 mm dünn und SOS1 Invisible mit gerade mal 1 mm. Die NO2 ist auf der Oberseite mit einem glatten Stoff bezogen, dadurch kann man auch den Fuß direkt darauf setzen. Bei der SOS1, gedacht für den Einsatz unter vorhandenen Einlegesohlen, wurde auf diesen Bezugsstoff verzichtet.

NO2 ist vom Leisten her eine breite Einlegesohle, welche für alle Sorten Schuhe geiegnet ist. SOS1 fällt deutlich schmaler aus, eher gedacht für modisches Schuhwerk und klassisch schmale Leisten. (Anmerkung: Das Modell LG2 Urban ist so schmal wie SOS1, aber 2 mm dick.)

Test Noene Einlegesohlen, NO2 Universal und SOS1 Invisible
Test Noene Einlegesohlen: NO2 und SOS1 im Vergleich zu einer Einlegesohle aus Leder

Test Noene Einlegesohlen: Wann und wofür?

Der menschliche Fuß hat sich im Laufe der Evolution seinem Einsatzgebiet angepasst: Natürlichem Untergrund in all seinen Varianten. Heute sind wir “zivilisierten” Menschen dagegen fast ausschließlich auf harten und glatten Böden unterwegs. Und das tut den Füßen gar nicht gut. Pflaster, Beton, Asphalt, das alles ist ungleich härter als alles, was Mutter Natur so vorgesehen hat.

Dann gibt es noch Berufe, welche nonstop Gehen und Stehen erfordern. Auf Dauer eine Qual und man ist schnell dankbar für jedes bisschen Erleichterung für die Füße. Dämpfung tut also not. Eine Möglichkeit ist, Schuhe mit gut stoßdämpfendem Unterbau zu tragen, Laufschuhe zum Beispiel. Dies ist aber nicht immer möglich. Ein knatschbunter Joggingschuh wird z.B. als Teil der Bürouniform nicht unbedingt gerne gesehen. Auch Berufsbekleidung ist nicht immer auf Komfort ausgelegt. Die Sicherheit ist wichtiger und das beeinflusst die Sohlenkonstruktion eines Arbeitsschuhes erheblich.

Oder nehmen wir den Sport, da ordnet sich der Komfort auch der Funktion unter. Ein steigeisenfester Bergstiefel hat nun mal einen knüppelharten Sohlenunterbau, Komfort in Form von Stoßdämpfung ist nicht zu erwarten. Oder die sehr speziellen Radschuhe: Kraftübertragung ist da alles und in den extraharten Rennvarianten leiden die Füße dann noch mehr.

Die Idee hinter den Einlegesohlen von Noene ist, vorhandenes Schuhwerk komfortmäßig aufzurüsten.

Test Noene Einlegesohlen, mit und ohne
Test Noene Einlegesohlen, links und rechts verschieden

Test Noene Einlegesohlen: Der Versuch

Um herauszufinden, was Einlegesohlen taugen, ist ein direkter Vergleich am sinnvollsten. Alles, was es braucht, sind:

  • Ein Paar empfindliche Füße,
  • Ein Paar klassische, harte Wanderstiefel,
  • unterschiedliche Einlegesohlen links und rechts.

Der Meindl Borneo ist als Wanderstiefel Top, aber die Sohle ist richtig hart, da wird jede Erschütterung ungefiltert weitergegeben. Der persönliche Standard bei Einlegesohlen ist eine 3/4-lange für Fußgewölbe und Ferse, sowie eine langsohlige aus Leder für das Klima im Schuh. Dieser gewohnte Standard wurde dann mit den Einlegesohlen von Noene kombiniert. In allen Varianten, aber immer unterschiedlich links und rechts.

Damit wurden dann die wirklich widerlichen Wege begangen. Z.B. auf Forstwirtschaft ausgelegte, von Lkw befahrene steinharte Fahrstraßen. Oder klassisches Kopfsteinpflaster, welches beides ist, uneben und hart.

Pavé: Kopfsteinpflaster tut richtig weh

Test Noene Einlegesohlen: Taugen die was?

Die Ergebnisse der Trageversuche überraschten. Mit Noene war es immer angenehmer als ohne sie. Es ist schon erstaunlich, wie so dünne Dinger sich auswirken.

Bei den groben Stößen (= Ferse knallt aufs Pflaster) war eine leichte Verbesserung zu vermerken. Ganz leicht bei den dünnen SOS1, deutlich spürbar bei den dickeren NO2. Natürlich längst nicht so ausgeprägt wie bei einem aufwendig gedämpften Laufschuh, keine Frage, aber immerhin spürbar.

Wirklich bemerkenswert war die Absorption feiner Vibrationen. Die sind es nämlich, welche auf Dauer müde machen und Schmerzen verursachen. Viele, viele ganz feine Erschütterungen machen auch mürbe. Noene nimmt ihnen die Spitze.

Die 1 mm dünne SOS1 Invisible hat naturgemäß am wenigsten bewirkt. Aber wo es buchstäblich hart auf hart kam – harter Schuh auf hartem Boden – da hat sie sich auch positiv bemerkbar gemacht. Dieses bisschen mehr an Komfort kann am Ende eines langen Tages schon einen, wenn auch geringen Unterschied machen. Wenn es also diese harten, knapp sitzenden Schuhe sein müssen, dann bitte mit Noene SOS1 Invisible, der eine Millimeter mehr lohnt sich. Wenn wirklich nichts mehr in den knapp sitzenden Schuh passt, dann geht die Noene SOS1 Invisible immer noch rein. Und bewirkt etwas Gutes.

Ganz anders die dickere NO2 Universal. da gab es ein Aha-Erlebnis: Alte Einlegesohlen raus, NO2 rein, der Unterschied war drastisch. Ein dosiert weicher Puffer unter der ganzen Fußsohle. Zum einen eine spürbare Dämpfung an der Ferse beim Auftreten. Zum anderen eine weiche Bettung für den Vorfuß mit seinen empfindlichen Gelenken. Die Noene NO2 hat den hoch belasteten Vorfuß deutlich entlastet. So etwas schafft nicht jede Einlegesohle.

Test Noene Einlegesohlen: Fazit

Man sollte diese Ergebnisse natürlich immer im Verhältnis sehen. Nicht erwarten darf man den Komfort eines Laufschuhes. Egal, wie gut Noene ist, 2 cm EVA zwischen Fuß und Boden sind besser. Aber darum geht es auch nicht. Sondern, noch einmal, um eine Verbesserung bei vorhandenen, harten Schuhen. Die ist auch gegeben. Im eher geringen Maße, wenn es um die Dämpfung großer Stöße geht. Deutlich spürbar bei der Absorption feiner Vibrationen.

Beide Sorten Einlegesohlen haben den feinen Erschütterungen die Spitze genommen. Ein deutliches Plus an Komfort durch Noene, so lässt sich alles zusammenfassen.

Die abschließende Empfehlung lautet daher, es einfach mal auszuprobieren. Wenn die Schuhe hart sein müssen, der Boden kein bisschen nachgibt und der Tag auf den Beinen unendlich lang wird. Dann macht so ein Paar Noene Einlegesohlen schon einen Unterschied. Aber wenn möglich sollte man die dickeren NO2 wählen. Wenn schon, denn schon.

Ein Paar Einlegesohlen Noene NO2 Universal kostet € 29,99 (UVP). Die SO1 Invisible liegt € 26,99 (UVP), ebenso die LG2 Urban. Gut angelegtes Geld, wenn Füße und Beine schmerzen sollten.

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