Eine gute Sonnenbrille ist ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung. Sie schützt die Augen zu 100% vor den schädlichen (unsichtbaren)UV-Strahlen und reduziert sichtbares Licht auf einen angenehmen Wert. Phototrophe Sonnenbrillen passen sich, vereinfacht gesagt, der Umgebungshelligkeit an. Die Gläser werden dunkler oder heller, je nach den herrschenden Lichtverhältnissen.

Nike Max Transitions SQ,  Outdoor Tint

Nike Max Transitions SQ, Outdoor Tint

Die getestete Brille entspringt einer Kooperation von Nike Vision (Rahmen) und Transitions Optical (Gläser) und soll für alle Outdoorsportarten geeignet sein.

Nike Max Transitions SQ, die Gläser

Von der Färbung her grünlich-braun sollen diese Outdoor Tint-Gläser gleich mehrere Aufgaben erfüllen:

  • Den Detailkontrast erhöhen.
  • Schatten aufhellen (=kontrastausgleichend wirken).
  • Sich den Lichtverhältnissen anpassen.

Mal das positive zuerst, die Tönung ist einfach Klasse. Sie beeinflusst das Sehen unter schwierigen Lichtverhältnissen sehr positiv. Ähnlich wie bei den bekannten orangenen bis bernsteinfarbenen Gläsern sieht man mit der Nike z.B. bei Nebel und ähnlichem trüben Wetter deutlich mehr Details. Im direkten Vergleich mit einer alten Oakley und ihren bernsteinfarbenen Gläsern konnte die Nike ganz gut mithalten.

Der Lichtdurchlass (VLT= visible light transmission) variiert lt. Nike zwischen 65 und 15%. Umgekehrt dagestellt, mindestens 35% und maximal 85% des sichtbaren Lichtes werden “ausgesperrt”. Der erstgenannte Wert entspricht dem Einsatzbereich üblicher, leicht getönter Brillen. Fast universell tragbar bis in die Dämmerung hinein. 15% sind ein Standardwert für normale, handelsübliche Sonnenbrillen. Das braucht man, wenn es richtig hell und sonnig ist.

In der Praxis gab es keine Probleme am leicht getönten Ende dieses Spektrums. Geringe Lichtabsorption und sehr gute Kontrastleistung, man sieht mehr mit Brille. Im dichten Wald unterwegs wurden die extremen Kontraste zwischen tiefen Schatten und Flecken hellsten Sonnenlichts gut ausgeglichen. Die Augen waren deutlich weniger belastet.

Problematisch wurde es, wenn die Nike abdunkeln sollte. Theoretisch wird sie dann eine normale Sonnenbrille mit 15% Lichtdurchlässigkeit. Praktisch hat sie das nicht geschafft, sie war immer etwas heller. Im direkten Vergleich mit diversen Brillen anderer Hersteller (Ray Ban, Julbo, Bolle) wurde dies sehr deutlich. Einige wenige Prozent weniger Abdunklung und lichtempfindliche Augen werden mit der Nike über Gebühr belastet.

Nike Max Transitions SQ, Outdoor Tint
Nike Max Transitions SQ Outdoor Tint, Vergleich mit einer OakleyNike Max Transitions SQ Outdoor Tint, Vergleich mit einer Ray Ban
Nike Max Transitions SQ Outdoor Tint, Vergleich mit einer OakleyNike Max Transitions SQ Outdoor Tint, Vergleich mit einer Ray Ban

Diese unbefriedigende maximale Abdunklung ist sehr wahrscheinlich der Temperaturabhängigkeit phototropher Gläser geschuldet. Die brauchen nämlich wirklich niedrige Temperaturen um maximal abzudunkeln. Bei den im Testzeitraum herrschenden Temperaturen von 20-35°Celsius war dies kaum möglich.

Ansonsten waren die verwendeten Gläser tadellos. Schlierenfrei und mit geringen Verzerrungen sind sie auf einem Level mit anderen Markenbrillen.

Nike Max Transitions SQ

Nike Max Transitions SQ, der Rahmen

Der Rahmen mit seinen überbreiten Bügeln ist ein sehr auffälliges Merkmal der Nike. Sie wirkt dadurch klobiger als sie ist. Leicht ist sie allemal, nur 39gr bringt sie auf die Waage.

Nachteile bezüglich des Sehfeldes hat man nicht zu erwarten, trotz der wie Scheuklappen wirkenden breiten Bügel besteht uneingeschränkte Sicht auch in der Peripherie.

Nike Max Transitions SQ, Nasensteg

Nike Max Transitions SQ, Nasensteg

Angenehmes Highlight ist der individuell anpassbare Nasensteg, der festen Sitz gewährleistet. (Man kann ihn abnehmen und gegen einen Clip für Korrekturgläser tuschen.) Mehr als diesen Nasensteg kann man aber nicht verstellen. Im Gegensatz zum Schwestermodell X2 sind die Bügel der SQ nicht verformbar. Wer also, wie der Autor, einen etwas sehr asymmetrischen Kopf sein Eigen nennt, sollte lieber auf das Modell X2 zurückgreifen. Die SQ passte trotzdem ganz gut, aber das ist eine sehr individuelle Sache.

Die Bügel müssen beim Ein- und Ausklappen einen deutlichen Widerstand überwinden. Sie rasten dadurch sauber ein, können aber nicht einhändig bedient werden.

Fazit Nike Max Transitions SQ

Die phototrophe Nike SQ hat sich (fast) universell bewährt. Vor allem auf dem Fahrrad und Motorrad hat sie sich als unentbehrlich erwiesen. Ihre schnelle Reaktion auf wechselnde Lichtverhältnisse ließ sie zur meist verwendeten Sonnenbrille werden. Ob übers freie, sonnendurchflutete Feld oder durch den dinklen Wald, sie war meistens genau richtig.

Leider nur meistens, denn sie versagte leider völlig wenn es richtig hell war oder die Fahrt sogar direkt in Richtung tiefstehende Sonne ging. Da wünschte man sich schnell die normale Sonnenbrille herbei bzw. musste auf dem Motorrad das integrierte dunkle Visier hinzuschalten.

Alternativ könnten da andere Modelle von Nike herhalten, die mit Gläsern der Sorte Speed Tint bestückt sind. Diese sollen auf maximal 13% abdunkeln können, also schon etwas mehr als die Outdoor Tint Gläser der Nike SQ. Selbst wenn dieser Wert (sehr wahrscheinlich) auch nicht erreicht wird, dunkler als die getestet Nike SQ mit Outdoor Tint-Gläsern werden sie wohl schon sein.

Was bleibt unter dem Strich? Die getestete Nike Max Transitions SQ ist keine vollwertige Sonnebrille, das steht schon mal fest. Zumindest zur Sommerszeit im deutschen Mittelgebirge. Alles andere an Lichtverhältnissen deckt sie zur Zufriedenheit ab. Sie könnte die universelle Brille sein, aber da fehlt noch ein bischen. Eigentlich schade, denn von Gewicht, Passform und Kontrastverhalten her ist sie Top.

Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit, Speed Tint-Gläser zu testen. Bis dahin jedenfalls wird diese Nike Max Transitions SQ für alles außer hellsten Sonnenschein benutzt werden.

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