Die Haglöfs Boa Hood ist eine Softshelljacke aus einem leichten, hoch atmungsaktiven und windabweisenden Material. Dadurch eignet sie sich sehr gut für bewegungsintensive Sportarten, bei denen es primär darum geht, die in Mengen vom Körper produzierte Feuchtigkeit schnell und effektiv nach außen abzuführen.

Haglöfs Boa Hood und Boa Q Hood
Haglöfs Boa HoodHaglöfs Boa Q Hood

(Alle Photos: Haglöfs)

Die Haglöfs Boa Hood ist sowohl in einer Männer- als auch einer Frauenversion (Boa Q Hood) erhältlich und hat einen UVP von € 139,95.

Das verwendete Material nennt sich Flexable, ist eine Eigenentwicklung von Haglöfs und wird bei der Boa Hood in einer Variante mit 205 gr/m² verarbeitet. Flexable verfügt nicht über eine integrierte Membarn, seine Eigenschaften beruhen auf der Art und Weise, wie der Stoff gewebt ist:
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  • Es ist bielastisch,
  • wasserabweisend durch eine DWR-Imprägnierung
  • windabweisend und hoch atmungsaktiv.
  • Flexable entspricht dem bluesign-Standard, was bedeutet, dass das Material soweit wie möglich ressourcen-, gesundheits- und umweltverträglich hergestellt wird. Die DWR-Imprägnierung z.B. ist frei von Fluorcarbonharzen.

    Die Verwendung von 90% Nylon in Verbindung mit 10% elastischer Faser macht Flexable sehr abriebfest und belastbar. Da hat Nylon immer noch deutliche Vorteile gegenüber dem sonst gerne verwendeten Polyester.

    Test Haglöfs Boa Hood

    Von der Ausstattung her ist die Boa Hood angenehm minimalistisch. Lang geschnitten, eine geräumige Kapuze mit Volumenregulierung, zwei Außentaschen. Die Ärmel sind geräumig und so angesetzt, dass man volle Bewegungsfreiheit hat. Zudem verfügen sie über äußerst praktische Daumenschlaufen

    Haglöfs Boa Hood Daumenschlaufe

    Haglöfs Boa Hood Daumenschlaufe

    Die sind richtig angenehm! Nicht nur, dass sie die nutzbare Länge der Ärmel erhöhen – gut für jeden, der wegen seiner Armlänge immer „Hochwasser“ trägt -, sondern vor allem als zusätzlichen Wärmeschutz für die Hände. Man kann so oft genug auf Handschuhe verzichten oder diese eine Nummer leichter wählen.

    Der dünne, elastische Flexable Stoff unterstützt die volle Beweglichkeit. Dies ist keine sperrige, steife Jacke die sich immer wieder unangenehm in Erinnerung bringt. Man spürt die Boa Hood beim Tragen kaum, sowohl was die physischen Eigenschaften des Stoffes angeht als auch die anderen komfortbestimmenden Werte.

    Winddichtigkeit und Atmungsaktivität sind zwei miteinander konkurierende Eigenschaften. Je besser die eine, desto schlechter die andere. Man kann nur versuchen, eine sinnvolle Balance zu finden. Bei der Boa Hood liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der Atmungsaktivität. Vor allem bei frühmorgendlichen Rennrad- und MTB-Touren wurde dies offensichtlich. Bergauf, egal bei welchem Wetter, fließt da der Schweiß in Strömen, man will so wenig wie möglich über der Funktionswäsche tragen. Bergab dann, auf schattigen, schnellen Abfahrten bei einer Lufttemperatur von weniger als 10° Celsius, ist ein Windschutz unabdingbar. Aber wer will sich dafür schon permanent umziehen? Die Boa Hood wurde bergauf weit offen, mit hochgeschobenen Ärmeln getragen und für die Abfahrt dann schnell wieder geschlossen: Minimale Einschränkungen beim „Abdampfen“, mehr als ausreichender Schutz gegen den Fahrtwind bergab. Wenn es dann je nach Wetter und Gegend (Höhe über NN) etwas kälter wurde, konnte durch die intelligente Auswahl der Bekleidungsschichten zwischen Jacke und Haut, Stichwort Zwiebelsystem, entsprechend fein justiert werden.

    Zu Fuß mit dem Rucksack war es sehr ähnlich. Rucksack ab-Jacke an/aus-Rucksack wieder auf, das nervt nur und wird gerne vermieden. Auch hier glänzte das Flexable der Boa Hood. Die fehlenden Unterarmreißverschlüsse beeinträchtigen die Atmungsaktivität nur gering. Hätte Haglöfs welche integriert, wäre wohl ein Gutteil des weichen, fließenden Tragegefühls der Boa Hood verloren gegangen..

    Unangenehm aufgefallen ist beim Rucksacktragen die Position der beiden Außentaschen. Die Öffnungen sind zwar hoch genug angesetzt, allein das Taschenfutter reicht zu weit nach unten. Bei angelegtem Hüftgurt sind die Taschen nur eingeschränkt nutzbar.

    Haglöfs Boa Hood Kapuze

    Haglöfs Boa Hood Kapuze

    Die Kapuze wurde in anderen Testberichten oft kritisiert und wegen ihres fehlenden Schirms als Notkapuze bezeichnet, derentwegen „…Nässe…leichtes Spiel (hat)…(und) schnell über die schirmlose Kapuze und das Gesicht ins Innere…(dringt)“ (Quelle: Outdoor 04/2011). Nun ja, wenn es so stark regnet, dann ist es vielleicht an der Zeit, eine Hardshelljacke anzuziehen. Ein leichtes, membranloses Material wie das Flexable ist da längst an seinen Grenzen angelangt, Schirm oder nicht, obwohl die wasserabweisenden Fähigkeiten des DWR-imprägnierten Flexable-Stoffes durchaus imposant sind. Natürlich wäre ein Schirm, vor allem als Schutz für die Augen, sehr sinnvoll. Aber ihm derartige Wetterschutzqualitäten zu unterstellen ist doch leicht übertrieben.

    Haglöfs Boa Hood unter dem Fahrradhelm

    Haglöfs Boa Hood unter dem Fahrradhelm

    Der Vorteil des fehlenden Kapuzenschirms dagegen sollte auch erwähnt werden. Wer einen Outdoorhut trägt (und gibt es einen Grund, Kopf, Nacken und Gesicht nicht damit zu schützen?) kann die Kapuze problemlos daruntertragen. Das schützt und wärmt besser als jeder Kapuze mit Schirm. Auch unter einem Fahrradhelm läßt sich die Kapuze so unauffällig und störungsfrei tragen.

    Die kleinen Details sind es, die die Boa Hood so praktisch machen. Die schon erwähnte Kapuze verfügt über eine effektive Volumenregulierung, die Jacke läßt sich vorne bis über das Kinn schließen, Kopf und Nacken sind so sehr effektiv geschützt. Die vor allem auf dem Fahrrad spürbare fehlende Verstaubarkeit der Kapuze läßt sich mit einer kleinen Modifikation selber nachrüsten:

    • Ein Stück elastische Schnur im Etikett verknoten,
    • die Kapuze zusammenrollen und
    • mit dem Klemmverschluß der Volumenregulierung in der Schlaufe fixieren.
    Haglöfs Boa Hood Kragen Eigenbau-1Haglöfs Boa Hood Kragen Eigenbau-2Haglöfs Boa Hood, Rollkragen im Eigenbau

    Test Haglöfs Boa Hood: Fazit

    In der getesteten Größe XL wiegt diese Jacke ca. 475 gr. Dies und der sehr flexible, elastische Stoff machen die Boa Hood äußerst angenehm zu tragen. Man spürt sie kaum, auch und vor allem, was Atmungsaktivität angeht.

    Dies ist keine überausgestattete Wetterschutzjacke für jeden nur erdenklichen theoretisch möglichen Ernstfall, kein „worst-case-Überlebenshilfsmittel“. Dafür packt man die Hardshelljacke ein. Die wird dann so selten wie möglich getragen, denn die Boa Hood, kombiniert mit dünnem Fleece bzw. Funktionswäsche, ist so sehr viel angenehmer am Körper, da sie niemanden so schnell im eigenen Saft stehen läßt. Und Nässe von innen kann auch sehr unangenehm werden und erheblich frieren lassen.

    Man muss ihre Grenzen kennen, um sie zu schätzen. Die Haglöfs Boa Hood ist nicht eine Jacke für alles, im Winter und bei permanenter Nässe und Kälte gibt es bestimmt Sinnvolleres (Z.B. die Haglöfs Boiga Hood aus Flexable mit 300 gr/m²).
    Ansonsten bietet sie einen Tragekomfort, an den keine Softshell mit Membran auch nur annähernd herankommt.

    „Schnörkellose, besonders bequeme Jacke für drei Jahreszeiten“….“Exzellente Atmungsaktivität und Dehnbarkeit durch membranfreies Flexable Softshell-Material…“ (Quelle: Haglöfs). Die Boa Hood erfüllt all diese Versprechungen von Haglöfs und ist sehr empfehlenswert.

    Weiterlesen: Softshell ohne Membrane

    Pro

    • Sehr atmungsaktiv
    • Gut windabweisend
    • bluesign zertifiziert

    Contra

    • Konzeptbedingt nicht 100% winddicht

    Einsatzbereich

    • Universell

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    Wichtige Daten

    • Preis: 139,95 EUR (UVP)
    • Material: Flexable
    • Gewicht: 475 gr./XL
    • Taschen: 2

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