Stechmücken stören gewaltig. Vor allem, wenn man Zuhause in Ruhe schlafen will. Über Tag kann man sich ja einigermaßen schützen. Aber des Nachts ist man ihnen hilflos ausgeliefert. Da hilft nur ein Mückennetz über dem Bett.

Allerdings ist die Auswahl an Mückennetzen schier unüberschaubar. Welche Form soll man auswählen? Wie feinmaschig soll das Netz sein? Und vor allem, wie hänge ich das Ding Zuhause auf?

Mückenschutz für Zuhause-3

Mückenschutz für Zuhause: Der Stoff

Zwei Materialien werden bei Mückennetzen verarbeitet: Baumwolle und Kunstfaser. Da gibt es eine ganz einfache, persönliche Empfehlung, auf keinen Fall Baumwolle. Diese mag zwar “natürlich” sein, hat aber einen großen Nachteil. In warmen Nächten wird es unter diesen feinmaschigen Stoffen viel zu heiß. Da steht die Luft und das ist wahrlich nicht förderlich für einen gesunden Schlaf.

Dagegen ganz anders bei Netzen aus synthetischem Material. Hier kann man genau das Gewebe auswählen, das man braucht: so grob wie möglich, so fein wie nötig. Womit wir bei einem wichtigen Auswahlkriterium gelandet sind, der Maschenweite.

In unseren Breiten dürfen die Mückennetze gerne grobmaschig sein. Schließlich sind unsere Stechmücken relativ groß und auf diese stimmt man das Netz nun mal ab. Achten muss man dabei auf die Maschenweite und die wird als “Mesh xxx” angegeben. Das bedeutet die Anzahl der Löcher im Netz pro Quadratzoll (= 6,4516 cm²). Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt zur Malariaprophylaxe Netze mit 156 Maschen pro Quadratzoll.”Mesh 156″ ist das dann und damit ist man auch bei uns auf der sicheren Seite. Alternativ findet man auch den Hinweis “entspricht WHO”.

Wie schon erwähnt, schön luftig sind diese relativ groben Mückennetze. Es kann gar nicht genug betont werden, wie wichtig das ist. Ein Mückennetz im Bereich Mesh 156 bis Mesh 365 – das schenkt sich nicht viel – ist genau richtig für unsere Breiten.

Anmerkung: Das oben gesagte gilt natürlich nicht, wenn man sich dort aufhält, wo auch kleine Stechmücken vorzufinden sind. Die setzen sich auf so ein grobes Netz und kriechen einfach durch. Gerade vor Fernreisen sollte man sich also genau informieren, welche Maschenweite vor Ort sinnvoll ist. Aber hier, in unseren Breiten, sind die Mücken schön groß, da reicht grober Stoff.

Mückenschutz für Zuhause, Mesh 156 an Zentimeterskala

Mückenschutz für Zuhause: Imprägnierung?

Man kann auch Mückennetze kaufen, die ab Werk mückenabweisend imprägniert sind. Der Gedanke dahinter ist das Bestreben nach bestmöglichem Schutz. Bei einem so imprägnierten Mückennetz wird man nicht durch das Netz hindurch gestochen. Auch das Hindurchkriechen kleinerer Tiere wird zuverlässig verhindert. Dort, wo durch einen Stich oder Biss Krankheiten übertragen werden, ist dies sinnvoll. Bei uns ist es das nicht.

Mückenschutz für Zuhause, Glocke, Photo: Care Plus
Mückenschutz für Zuhause, Kasten, Photo: Care Plus

(Photos: Care Plus)

Mückenschutz für Zuhause: Die Form

Es gibt Mückennetze in vielen, verschiedene Formen. Am besten geeignet für den Gebrauch zuhause sind Kasten und Glocke. Mit dem kastenförmigen Mückennetz hat man den größtmöglichen Schlafkomfort, da innen ein Maximum an Raum unter dem Netz zur Verfügung steht. Die senkrechten Wände ganz außen sind weit weg vom Schläfer. Da hängt nichts im Gesicht und die Füße können sich auch nicht verheddern. Man braucht allerdings mindestens vier Aufhängepunkte an der Decke.

Mit dem glockenförmigen Mückennetz geht man da schon Kompromisse ein. Egal, wie man solch ein Mückennetz aufhängt, der “Luftraum” über dem Bett ist eingeschränkt. Als Alleinschläfer ist gelegentlicher Kontakt mit dem Stoff unvermeidbar, allerdings hat das kaum nennenswerte Nachteile. Problematisch wird es, wenn man z.B. zu zweit in einem nicht so großen Bett schläft. Da liegt man dann über die ganze Matratzenfläche verteilt und hat ständig Kontakt mit dem Mückennetz. Der Vorteil dieser Form, es bedarf nur eines Aufhängepunktes an der Decke. Das macht solch ein Netz auch urlaubstauglich.

(Ein Tip für die Befestigung des Mückennetzes, der ganz exzellente Befestigungskit für Mückennetze der Firma Brettschneider enthält alles, was man zum Aufhängen eines Mückennetzes unterwegs braucht.)

Mückennetz für Zuhause, Befestigungskit von Brettschneider

Mückenschutz für Zuhause: Die Aufhängung

Die sinnvollste Art der permanenten Aufhängung ist immer der gut gesetzte Dübel plus Schraubhaken in der Decke. Das bedeutet Löcher bohren und kann je nach Bausubstanz mit einigem Aufwand verbunden sein.

In modernen Häusern bestehen die Böden/Decken aus Beton, da ist die Verwendung eines Bohrhammers Pflicht. Damit, sowie einem scharfen(!) Bohrer und reichlich Kraft lässt sich eine Betondecke anbohren. Gegen den anfallenden Dreck hilft (bedingt) ein an die Bohrung gehaltener Staubsauger.

Manchmal ist Bohren aber nicht möglich. Mangels Werkzeug und handwerklichem Geschick oder weil der Vermieter es untersagt. Eine Alternative sind tesa Powerstrips® Deckenhaken. Das sind Klebehaken mit einer Haltekraft von 500 Gramm, ausreichend für ein kleineres, leichtes Mückennetz. Ob diese Art der Aufhängung nun wirklich (dauerhaft) funktioniert, da kann der Autor keine eigenen Erfahrungen beisteuern.

Allerdings gibt es noch eine ganz andere Aufhängemöglichkeit, mit der der Autor in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hat: die Befestigung an einer von Wand zu Wand gespannter Schnur. Für die meisten Wände braucht man nur eine gute Bohrmaschine, das vereinfacht die Sache etwas. Außerdem kann man bei dieser Art der Aufhängung oft auch die vorhandene Einrichtung benutzen. Als Befestigungspunkt kann z.B. ein großer Schrank oder eine Gardinenstange infrage kommen. Bei ersterem braucht es nur einen Schraubhaken mit Holzgewinde, bei letzterem nur einen Schraubendreher, siehe Bild links unten: Schraube lockern, Schnur durch, Schraube festziehen, fertig.

Selbst bei Gipskartonwänden kann eine stabile Befestigung erreicht werden. Normalerweise hält in solch einer Trennwand kein auf Zug belasteter Dübel. Die Lösung hier: zwei Schraubhaken wurden gesetzt, der vordere dient als Umlenkung der Befestigungsschnur, der hintere wird im rechten Winkel belastet. Siehe Bild rechts unten. Diese Konstruktion hält seit mehr als zehn Jahren.

Auch mit Varianten wie den gezeigten lässt sich ein Mückennetz zuhause dauerhaft und sicher befestigen. Mit etwas Phantasie findet sich immer ein Weg.

Mückenschutz für Zuhause, Befestigung an Gardinenstange
Mückenschutz für Zuhause, Befestigung an Gipskartonwand

Mückenschutz für Zuhause, ein Fazit

Was kostet jetzt so ein Mückennetz in guter Qualität? Nun, ab € 20,- ist man dabei und hat ausgesorgt. Wenn das Netz für den Dauergebrauch gedacht ist, lohnt es sich, Qualität zu kaufen. Ganz billige Mückennetze bestehen aus hartem, kratzigen Netz von geringerer Lebensdauer. Die Hersteller hochwertiger Mückennetze verwenden gewebte, weiche Stoffe, welche jahrelangem Dauergebrauch standhalten.

Hände weg von billigen Mückennetzen, die mittels einer Art Regenschirmgestell aufgespreizt werden. Das geht schon vom Hinsehen kaputt. Bewährt bei den Mückennetzen mit Einpunktaufhängung haben sich große Ringe, Holzfächer und ähnliches.

Oder man geht gleich auf Nummer sicher und kauft das Produkt einer renommierten Firma. Der Autor selber hat beste Erfahrungen mit diesen Firmen gemacht: Brettschneider und Care Plus. Das sind ausgewiesene Spezialisten für den Insektenschutz, dort bekommt man in jeder Preisklasse Qualitätsprodukte.

Ein gutes Mückennetz ist auch Zuhause durchaus sinnvoll. Entspannter Schlaf bei maximalem Schutz und die Fenster kann man auch weit öffnen zwecks besserer Belüftung. Den Aufwand bei der Montage betreibt man nur einmal, dann ist für Jahre Ruhe. Die Auswahl an Modellen ist riesig, da ist für jeden etwas dabei.

Und wenn denn doch mal eine Mücke durchschlüpft, einfach Klicken und weg ist der Juckreiz.

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Mückenschutz für Zuhause, ein harmloser Besucher
Mückenschutz für Zuhause was last modified: Juli 3rd, 2018 by Alexander Bardua