Lowe AirZone Pro 35-45 1

Lowe Alpine Airzone Pro 35:45

Lowe Alpine AirZone Pro 35:45

Der moderne Rucksack mit Innengestell wurde von Lowe Alpine in den 1970er Jahren auf den Markt gebracht. Das waren viel bestaunte Wunderwerke. Vorher hatte man die Wahl zwischen einer sperrigen Kraxe oder einem weichen Sack ohne richtige Versteifung am Rücken. Mit Lowe Alpine kamen Rucksäcke auf den Markt, die über ein funktionierendes Innengestell verfügten und sich wesentlich angenehmer tragen ließen.

Lowe Alpine Airzone Pro Test: 35:45, ein Neubeginn

Ca. 2002 wurde Lowe Alpine an Asolo verkauft und das hat den Rucksäcken langfristig nicht gut getan. Zum Schluß wurden die Tragesysteme beinahe im Jahresrythmus “verbessert” und die Rücksäcke mit Ausstattungsdetails förmlich überladen. Im Klartex, was richtig gut funktionierte wurde durch etwas Neues ersetzt, dass dann nicht unbedingt besser war.

2012 wurde Lowe Alpine von Equip Outdoor Technologies Ltd. erworben und es scheint, als ob diese Marke sich jetzt berappelt und wieder auf den richtigen Weg zurückfindet.

Im November 2012 fand dann einer der neuen 2013er Rucksäcke, der Lowe Alpine AirZone Pro 35:45 seinen Weg hierher. Jetzt gibt es viel Gutes zu berichten und nur sehr wenig zu kritisieren.

Lowe Alpine AirZone Pro Test: 35:45, Ausstattung und Details

Der Airzone ist ein ganzjährig nutzbarer Wanderrucksack. Sein Einsatzbereich geht von Tagestouren bis hin zu mehrtägigen Unternehmungen mit Übernachtungsgepäck. “A 4-season hiking pack, fully adjustable….with space to spare for cold winter days and short overnight trips” (Quelle: Lowe Alpine).

  • Rückenfreies Tragegestell,
  • Rückenlänge verstellbar,
  • Volumen 35L, vergrößerbar auf 45L,
  • Einkammerrucksack mit seitlichem Zugriff unten,
  • Gewicht ca. 1550gr inklusive Regenhülle, 1470 ohne.

Eine vorgebogene Kunststoffplatte, verstärkt mit einem rechteckigen Drahtbügel, überträgt die Last auf die Hüften. Der Hüftgurt verfügt über durchbrochene Flossen, die sehr beweglich am Packsack angebracht sind. Die Trageriemen sind an einem fixen Punkt am Rucksackrücken angebracht, sie werden in der Länge verstellt.

Der Deckel verfügt über Innen- und Außentasche, auf dem Hüftgurt sitzen zwei große Taschen, eine kleine ziert einen Schultergurt. Auf der Vorderseite findet man eine flache, über Reißverschluss zugängliche Tasche und eine Gummischnur zum Verstauen z.B. von nasser Regenkleidung. Unten links ist eine große Reißverschlussöffnung, die Zugang zum unteren Teil des Packsacks gewährt, für Pickel und Stöcke sind Aufnahmen vorhanden. Vollausstattung eben.

Lowe Alpine AirZone Pro Test: 35:45 Tragegestell

Lowe Alpine AirZone Pro 35:45, Hüftgurt

Lowe Alpine AirZone Pro 35:45, Hüftgurt

Das Tragegestell ist ein Gedicht, dass läßt sich mit Überzeugung sagen. Die Rückenplatte überträgt die Zuladung richtig gut auf die Hüfte, aber ohne wie ein steifes Korsett zu wirken. Der Oberkörper wird nicht fixiert.

Der Hüftgurt mit seiner flexiblen Anlenkung ermöglicht eine sehr gute Bewegungsfreiheit. Seine gepolsterten Flossen sind unten am Rucksack angenäht und oben über das Gurtband flexibel angelenkt. In der Praxis bedeutet das, Bewegungen zwischen Becken und Schultern sind problemlos möglich. Dieser Rucksack ist keine Zwangsjacke, die den Träger starr fixiert.

Lowe Alpine AirZone Pro 35:45, Trageriemen Höhenververstellung

Lowe Alpine AirZone Pro 35:45, Trageriemen Höhenververstellung

Die Anpassung auf die Rückenlänge ist etwas anders gelöst, als üblich. Die Trageriemen werden nicht am Rucksackrücken in der Höhe verstellt. Stattdessen wird nur ihre nutzbare Länge verändert. Das funktioniert im mittleren und oberen Bereich einwandfrei, nur sehr kleine Personen können Schwierigkeiten mit der Anpassung haben. Wie bei allen verstellbaren Rucksäcken auf dem Markt sind vielleicht 50% des theoretischen Verstellbereichs auch in der Praxis sinnvoll. In den Extremen wird es eben knapp.

Lowe Alpine AirZone Pro Test: 35:45 Ausstattung

Lowe Alpine gibt die Zuladung mit 10-15Kg, das schafft der AirZone locker, das Tragegestell macht es möglich. Die Volumenangabe von 35 bzw. 45L wirkt etwas optimistisch, der Rucksack erscheint ein wenig kleiner.

Alle Riemen und Schnallen sind leichtgängig, ohne durchzurutschen. Durchdachte Materialkombinationen, das findet man auch nicht immer.

Richtig gut, die aufgesetzten Seitentaschen aus elastischem Nylon. Sie sitzen ganz tief und somit ohne große Verrenkung erreichbar. Es gibt Hersteller, bei deren Rucksäcken braucht man einen Begleiter, um eine Flasche herauszunehmen.

Der Packsack ist, wie schon erwähnt, unten von der Seite her zugänglich. Der Inhalt ist durch diese kleine Öffnung natürlich nicht so gut erreichbar wie bei einer großen Öffnung auf der Vorderseite. Letztere hätte aber den Nachteil, dass der Rucksack mit dem ganzen Tragegestell im Dreck liegen würde. Beim AirZone passiert das eben nicht.

Lowe Alpine AirZone Pro 35:45
Lowe Alpine AirZone Pro 35-45, linke SeiteLowe Alpine AirZone Pro 35-45, rechte Seite
Linke SeiteRechte Seite

Lowe Alpine AirZone Pro Test: 35:45, ein Fazit

Ein klein wenig zu meckern gibt es aber, der AirZone dürfte gerne etwas Eigengewicht verlieren. Das Verhältnis Eigengewicht zu Volumen und Zuladung stimmt, keine Frage. Aber es geht mehr. Dies ist ein Wanderrucksack, der wird nun mal nicht permanent über Felsen geschleift wie ein Kletterrucksack. Lowe Alpine verarbeitet aber so robuste Stoffe, dass es auch dafür reichen würde. Klar hat das Vorteile, die persönliche Präferenz liegt aber ganz klar mehr in Richtung Leichtbau. Ein klein wenig Kritik muss deshalb sein.

Der Rucksackboden, dickes Nylon außen und ein Futter aus dünnem, ist gut so. Dies ist nun mal die am meisten beanspruchte Fläche. Der Rest des Packsacks unterliegt nicht diesen Belastungen, also dürfen gerne dünnere Stoffe her. Die Auszugsverlängerung z.B.: Der Nylonstoff dort ist so dick, daraus fertigen andere Hersteller ganze Wanderrucksäcke. Das alles ergibt natürlich einen sehr stabilen und belastbaren Rucksack. Aber dünner und leichter würde es auch tun.

Das war es aber auch schon mit der Kritik. Dieser AirZone, das kann man so sagen, ist einfach richtig gut. Das Tragesystem, das ja einen Rucksack ausmacht, ist ein Knaller. Einwandfreie Lastübertragung auch bei höherer Zuladung, dazu gute Bewegungsfreiheit, was will man mehr? Ein in sich stimmiges Konzept ohne Nachteile.

Das Fazit ist daher: Ein sehr gelungener Rucksack. Für € 129,95 (UVP) bekommt man einen Rucksack, der sich auch schwer bepackt sehr gut tragen läßt. Das allein zählt.

Pro

  • Exzellentes Tragegestell
  • Durchdachte Details
  • Stabile Materialien

Contra

  • Könnte etwas leichter sein

Einsatzbereich

  • Wandern

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Wichtige Daten

  • Preis: 129,95 EUR (UVP)
  • Material: Nylon
  • Gewicht: 1550 gr.

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