Handschuhe zum Photographieren: Kalte Finger sind von Übel, aber Handschuhe stören auch. Die Suche nach einem geeigneten Paar dünner und warmer Handschuhe dauert schon sehr lange. Vor allem, wenn sie nicht nur vor Kälte schützen, sondern auch noch zum Photographieren verwendet werden sollen. Da wird es dann richtig schwierig, etwas Geeignetes zu finden.

(Anmerkung: Mittlerweile sind diese Handschuhe von Rab touchscreentauglich, weil mit konduktiven Fingerspitzen ausgestattet)

Dünne, warme Handschuhe.  Bewegungsfreiheit inklusive.

Dünne, warme Handschuhe. Bewegungsfreiheit inklusive.

Handschuhe zum Photographieren: Welches Material

Fleecehandschuhe bekommt man an jeder Ecke. Aber dicker Fleece bedeutet auch vier wulstige Nähte pro Finger, damit kann man seine Hände kaum noch einsetzen. Softshellhandschuhe sind dünner, aber ihre Wärmeleistung läßt sehr zu wünschen übrig. Touchscreentaugliche Handschuhe wärmen fast überhaupt nicht. Fingerlose Handschuhe sind nur über 0°C sinnvoll. Skihandschuhe etc. sind völlig ungeeignet, will man mehr als einen Skistock greifen.

Wolle ist ein sehr gutes Material für Handschuhe. Leider mittlerweile fast völlig von Fleece etc verdrängt, hat sie doch enorme Vorteile. Rund gestrickt wird auf störende Nähte verzichtet. Wolle wärmt auch noch, wenn sie nass ist, man kann auf teure und defektanfällige Membranen verzichten. Wenn man jetzt noch Handschuhe fände, die aus dünner Wolle gestrickt und auch ausreichend strapazierfähig wären…

Google, sinnvoll eingesetzt, erweist sich auch hier als Retter in der Not. Der Rab PrimaLoft Glove taucht auf. Die Materialkombination PrimaLoft und Merinowolle, 50/50, erscheint vielversprechend. PrimaLoft Merino Blend YARN, das ist hauchfeines Polyestergarn, kombiniert mit Merinowolle. PrimaLoft ist weich und strapazierfähig. Merinowolle ist das warme, hautfreundliche Material schlechthin. Beides zusammen könnte geeignet sein für dünne, warme und strapazierfähige Handschuhe. Sie sind für um die € 15,- bei Amazon erhältlich.

Handschuhe zum Photographieren: Die Rab in der Praxis

37gr wiegt ein Paar in Größe Large, dass Packmaß ist vernächlässigbar gering. Wie warm kann so etwas denn überhaupt sein? Im Alltag, bei 0-5°C, sind sie mehr als ausreichend. Aber was passiert, wenn es so richtig ungemütlich wird? Eine Schneeschuhtour auf dem 2050m hohen Osterfelderkopf gibt Aufschluss. -6° Celsius, Schneefall und starker Wind, das müsste reichen, um die Wärmeleistung zu testen.

Es beginnt ganz normal. Der Schnee schmilzt anfänglich auf den Handschuhen, sie sind schnell durchnässt. Das ist so bei einer dünnen, entfetteten Wolle. Traditionelle, gewalkte Wollhandschuhe sind das ja nun wirklich nicht. Dann fangen die Schneeflocken an, auf dem Handrücken zu Klümpchen zusammenzufrieren. Die Körperwärme schmilzt sie an, der kalte Wind läßt sie gefrieren, auch nichts ungewöhnliches.

Aber die Finger bleiben trotz alledem warm. Solange man sich bewegt, ist alles gut! Nur in den kurzen Pausen wird es an den Händen sehr schnell kalt. Dann fangen aber auch schon die Arme an, ebenfalls zu frieren und es geht weiter. Bei einem solchen Wetter macht man entweder lange Pausen und zieht sich um, oder rastet nur kurz. Das ist gar keine Frage, die Wärmeleistung dieser Handschuhe reicht für dieses Scenario aus. Gerade so, aber immerhin. Es kommt nicht der Wunsch nach wärmeren auf.

Die ganz andere Frage: Wie gut kann man mit diesen Handschuhen überhaupt noch greifen? Das war etwas, das über einen längeren Zeitraum ausprobiert wurde. Der eigene Photoapparat vom Typ Micro Four Thirds, eher kompakt bemessen, ist wahrlich nicht mit großen Knöpfen und Tasten versehen.

Und es funktioniert! Natürlich mit Einschränkungen. Die Kamera kann man so kaum mehr blind bedienen, man muss schon hinschauen, wenn man etwas verstellen will. Und ein Objektivwechsel ist auf die Schnelle so behandschuht auch nicht durchführbar. Aber darum geht es auch nicht. Sondern darum, bei den genannten Witterungsverhältnissen warme Hände zu haben und trotzdem photographieren zu können. Das funktioniert einwandfrei. Kompromissbehaftet, aber es geht. Besser als mit den anderen bisher ausprobierten Alternativen.

Nachteile gibt es natürlich auch. Wolle ist rutschig, es lohnt sich also, die Kamera verliersicher zu fixieren. Genauer gesagt, eine Handschlaufe oder ein Tragriemen ist ein Muss. Außerdem ist dieses feine Gestrick für dauerhaft grobe Beanspruchung nicht geeignet. Die Stöcke halten oder photographieren, ja gerne. Aber z.B. in unwegsamen Gelände im Vierfüßlergang unterwegs sein, das sollte man tunlichst unterlassen.

Rab Handschuh, Merinowolle und PrimaLoft, konduktive Fingerspitzen

Rab Handschuh, Merinowolle und PrimaLoft, konduktive Fingerspitzen

Handschuhe zum Photographieren: Rab, das Fazit

Die Rab PrimaLoft Handschuhe sind ein sehr guter Kompromiss für die o.g. Anwendungen. Bei einem Preis von € 13,- bis 15,- sollte man sie einfach mal ausprobieren. Diese Handschuhe sind gut und das Fazit lautet deshalb, sehr empfehlenswert, wenn man die Kombination Wärme und Fingerspitzengefühl benötigt. Etwas weniger warm, dafür tastempfindlicher sind die sog. Touchscreen-Handschuhe. Mit ihnen sind diffizilere Tätigkeiten, eben das Bedienen von Touchscreens, besser möglich.

Update

Diese Handschuhe gibt es jetzt mit konduktiven Fingerspitzen zur Bedienung von Smartphones.

Anmerkung

Mehr zum Thema „warme Handschuhe für kalte Hände“ hier in diesem neuen Artikel.

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Wolle wärmt die Hände; Photo: GORE-TEX® Blogger Summit 2013

Wolle wärmt die Hände; Photo: GORE-TEX® Blogger Summit 2013

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